März 8, 2019

Richtig gendern: Gängige Schreibweisen im Überblick

Welche Gender-Form passt zu meinen Texten? Was ist zu beachten? Finden Sie hier die gebräuchlichsten Varianten mit Beispielen.

Jeder Text transportiert Botschaften und vermittelt Weltbilder. Ein sensibler Umgang mit Sprache ist deshalb wichtig. Wer richtig gendern will, kann aus einer breiten Palette an Möglichkeiten wählen. Wir stellen Ihnen gebräuchliche Schreibweisen vor.

Die Paarform: Frauen und Männer adressieren

Mit der ausgeschriebene Paarform sprechen Sie Frauen und Männer an und machen diese gleichermaßen sichtbar. Dabei steht die weibliche vor der männlichen Version.

Beispiel:
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die geschlechtsneutrale Form: Allgemein formulieren

Diese Schreibweise umgeht die direkte Ansprache. Begriffe wie „Beschäftigte“ sind neutral und umfassen alle Geschlechter.

Beispiel:
• die/der Mitarbeitende
• die Beschäftigten

Das Binnen-I: Platzsparend gendern

Um in Texten Platz zu sparen, dient das Binnen-I oft als Alternative. Durch das großgeschriebene „I“ im Wortinneren werden Frauen und Männer gleichermaßen adressiert.

Beispiel:
die MitarbeiterInnen

Die Klammer: Frauen miteinbeziehen

Diese Form bezieht das weibliche Geschlecht durch zusätzliche Satzzeichen mit ein. Die Endung wandert in eine Klammer.

Beispiel:
Mitarbeiter(innen) 

Der Schrägstrich: Doppelnennungen verkürzen

Wenn sich beide Bezeichnungen nur durch die Endung unterscheiden, können sie mit einem Schrägstrich zusammengezogen werden. Dabei wird die männliche Form zuerst genannt. Korrekterweise erfordert diese Schreibweise einen Auslassungsstrich nach dem Schrägstrich.

Beispiel:
ein/e Mitarbeiter/-in, der/die Mitarbeiter/-in, die Mitarbeiter/-innen

Optional ist es auch möglich, beide Formen nacheinander vollständig auszuschreiben und durch einen Schrägstrich zu trennen. Auch in diesem Fall wird die männliche Form zuerst angeführt:

Beispiel:
Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen

Das Sternchen und der Unterstrich: Alle Geschlechter inkludieren

Mit dem Sternchen („Gender-Star“) oder dem Unterstrich („Gender-Gap“) werden alle Menschen angesprochen. Auch jene, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen.

Beispiel:
Mitarbeiter*innen, Mitarbeiter_innen

Die männliche oder weibliche Form: Eine stellvertretende Schreibweise

Eine weitere Variante ist, im Text ausschließlich die männliche oder die weibliche Form als Statthalter für beide Geschlechter zu verwenden. In diesem Fall empfiehlt sich eine Fußnote, die darauf hinweist.

Beispiel:
„In diesem Text wird ausschließlich die männliche/weibliche Form verwendet. Damit sind alle anderen Formen gleichermaßen mitgemeint.“

Fazit:

Ein Text ist gendergerecht, wenn alle Geschlechter gleichermaßen sichtbar sind. Die Wahl der Form hängt immer auch von formalen Vorgaben und der Art des Mediums ab. Mit dieser breiten Palette an Schreibweisen sollte es jedoch keine Ausreden mehr geben.

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One Comment

  1. 20. Januar 2020 at 3:29

    Vielen Dank für den wertvollen Beitrag! Prima Blog.

  2. Barbara Strametz
    8. April 2020 at 10:05

    Sg. Fr. Riedmann,
    wir verfassen gerade einen Text, wo wir das Wort “Externistenprüfung” gendern wollen. In den Bildungsdirektionen wird immer noch ausschließlich das Wort Externistenprüfung verwendet. In unserem Text werden grundsätzlich alle männlichen und weiblichen Formen ausgeschrieben, wie im folgenden Beispiel:
    “Maturantinnen und Maturanten”
    Allerdings wird nur beim Wort
    “ExternistInnenprüfung”
    das Binnen-I verwendet und sonst nirgendwo im Text. Wir wollen einheitlich sein, aber das Wort
    Externistinnen- und Externistenprüfung erscheint uns sehr sperrig. Gibt es Alternativen dazu? Danke.

    Externist*innenprüfung (der Stern wird bei uns nie verwenden, auch sind wir etwas gebunden an die Vorgaben, die wir erfüllen müssen.)
    Prüfung für Externistinnen und Externisten (diese Formulierung könnte verwirren und nicht genau das treffen, was gemeint ist. Denn die Menschen sind gewohnt, bei “Externistenprüfung” an außerschulisch abgelegte Prüfungen zu denken)

    1. Redaktion
      8. April 2020 at 11:24

      Liebe Frau Strametz,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. Das ist in der Tat eine Herausforderung – hier meine Empfehlungen:

      – Ich denke, dass in diesem Fall das Wort „ExternistInnenprüfung” tatsächlich die beste Lösung ist. Bei Berufsbezeichnungen findet sich häufig der Schrägstrich (zum Beispiel Maschinenbautechniker/-in), aber das erschwert die Lesbarkeit.
      – Optional könnten Sie das Wort „Externisten” umgehen, indem Sie von „Externen” sprechen. Also: „Prüfung für Externe”.
      – Ein alternativer Ansatz wäre noch, das Wort zu belassen und dieses am Beginn einmalig in einer Klammer zu erklären. Zum Beispiel: „die Externistenprüfung (Prüfung für außerordentliche Schülerinnen und Schüler)”.

      Ich hoffe, dass Ihnen dies ein wenig weiterhilft.

      Freundliche Grüße
      Claudia Riedmann

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